Kulturpolitik

Nachbesetzung des Aufsichtsrats des steirischen herbst – offener Brief

Publiziert am Donnerstag, 1. Juni 2017

Im Gemeinderat der Stadt Graz am 1.Juni 2017 ist ein Tagesordnungspunkt auch die Nachbesetzung des Aufsichtsrates des steirischen herbst – ein Festival der zeitgenössischen Kunst, das auch kulturpolitische Fragen aufgreift.

Laut Presseberichten soll eine Person davon Ernst Brandl von der FPÖ sein – Herr Brandl ist Redaktionsleiter des FPÖ-Organs „Der Uhrturm“ und Journalist der Wochenzeitung “Zur Zeit”. In diesen Zeitschriften wird großer Wert auf ein identitäres Erbe in der Kultur gelegt und Pluralität und gesellschaftliche Weiterentwicklung abgelehnt. Nach dem jetzigen Gesellschaftsvertrag muss auch das künstlerische Programm dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Aus diesem Grund hat die IG Kultur heute folgenden offenen Brief an den Bürgermeister, die StadträtInnen und die Gemeinderäte geschickt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Bürgermeisterstellvertreter,
sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Herr Stadtrat,
Sehr geehrte Frau Gemeinderätin, sehr geehrter Herr Gemeinderat!

Die IG Kultur Steiermark möchte Ihre tiefe Besorgnis zur geplanten Nachbesetzung des Aufsichtrates des steirischen herbst bekanntgeben und schließt sich den Stellungnahmen von Forum Stadtpark und rotor an.

Zu Bedauern ist, dass die Stadt Graz nicht wie bisher mit StadträtInnen vertreten ist, was ein besonderes Zeichen der Wertschätzung war.
Der steirische herbst als Festival für dezidiert zeitgenössische Kunst, das weit über die Steiermark hinaus Bedeutung hat, braucht einen Aufsichtsrat der hinter diesem Festival steht und hinter dem, was es gesellschaftlich verkörpert.

Mit besten Grüßen IG Kultur Steiermark

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Petition -Kulturschaffende für eine Verbesserung der neuen Wohnunterstützung!

Publiziert am Montag, 15. Mai 2017

Am Dienstag den 9. Mai 2017 hatte die IG Kultur Steiermark die Möglichkeit im Petitionsausschuss des Landtag Steiermark, bezüglich ihrer Petition „Kulturschaffende für eine Verbesserung der neuen Wohnunterstützung“, vorzusprechen.

Zehn Minuten standen zur Verfügung, um die schwierige Situation vieler steirischer Kulturschaffender zu beschreiben.
Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert:
→ sinkende oder stagnierende Kulturförderungen; gleichzeitig wenig finanzielle Alternativen
→ steigende Ausgaben
→ daraus folgend schlechte Bezahlung auch für hochqualifizierte Tätigkeiten
→ steigendes, unfreiwilliges Ehrenamt

Im Kulturbereich tätige Menschen haben eine 5-mal höhere Armutsgefährdung als andere österreichische Erwerbstätige. *
Viele von ihnen befinden sich bereits in manifester Armut. Sich eine adäquate Wohnung leisten zu können wird aufgrund der steigenden Mieten seit Jahren vor allem für diese einkommensschwache Gruppe immer schwieriger.
Außerdem wurde bereits 2012 der Höchstfördersatz pro Person von 182 auf 143 Euro gesenkt.
Trotz steigender Inflation gab es keine Erhöhung der Einkommensgrenzen bei Beihilfen.

Wurden nach breitem Protest einige Punkte der „Wohnunterstützung neu“ mit der Novelle im Jänner 2017 geändert, bestehen nach wie vor Regelungen die speziell für Kulturschaffende mit Kindern ein existenzielles Problem darstellen.
→ Einberechnung von Familienbeihilfe & Alimente ins Einkommen (früher ausgenommen!)
→ Alimente können nicht als „Ausgabe“ bei Berechnung des Einkommens angegeben werden (Verschlechterung im Vergleich zur “Wohnbeihilfe alt”!)
→ bei Vermietung durch Angehörige wird keine Wohnunterstützung vergeben (Verschlechterung im Vergleich zur “Wohnbeihilfe alt”!)

Trotz dieser gravierenden Probleme wurde der Antrag auf Änderung der bestehenden Regelungen durch den Ausschuss leider abgelehnt.
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* Studie: Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich – Kurzfassung der Studienergebnisse , Oktober 2008; L&R Sozialforschung Lechner, Reiter und Riesenfelder Sozialforschung OEG

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Kultur am Land – Vernetzungstreffen

Publiziert am Dienstag, 25. April 2017
ild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und im Freien

© Stephan Weixler / Styrian Summer Art

Am Dienstag, 9. Mai 2017 findet unser Vernetzungstreffen zu “Kultur am Land”  statt.

Beginn: 16 Uhr bis ca. 18Uhr
Ort: Forum Stadtpark (Stadtpark 1, 8010 Graz)

Wir werden uns über die Herausforderungen, Wünsche an das Umfeld und die guten Möglichkeiten, die sich mit Kultur am Land bieten, unterhalten. Und mögliche Maßnahmen und Strategien diskutieren.

Bitte Anmeldungen an office.igkultur@mur.at!

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Wenn sie die Kultur nehmen will, hat sie sie – offener Brief

Publiziert am Donnerstag, 20. April 2017

Eine Reaktion auf den offenen Brief? Mag. Christopher Drexler ist nun seit 25.April.2017 Landesrat für Kultur – neben Gesundheit, Pflege und Personal.

Hier die Stellungnahme von LH Hermann Schützenhöfer
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Offener Brief vom 20. April 2017 an LH Hermann Schützenhöfer anlässlich seiner Bemerkung bei der Pressekonferenz vom 18. April nach dem Rücktritt von Kultur – und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und der Präsentation seiner Nachfolgerin Barbara Eibinger-Miedl:

“Wenn sie die Kultur nehmen will, hat sie sie”*

Mit abermaligen Erstaunen und Bestürzung stellen wir fest, wie wenig Interesse die ÖVP der Kultur im Land Steiermark entgegen bringt.
Als “Anhängsel” fristet die Kultur schon längere Zeit ihr Dasein in ÖVP geführten Ressortbündeln. Doch dieses Ressort, das mehr Budget zur Verfügung hat als die Wirtschaft und der Tourismus zusammen, bei der Pressekonferenz zur Bestellung der neuen Landesrätin sogar zu vergessen, zeugt von fehlendem Bewusstsein für den gesellschaftlichen Stellenwert von Kunst und Kultur.

Die Steiermark braucht hier eine Person, der ein breites Kulturangebot in Graz und in den Regionen, eine lebendige Kunst- und Kulturszene
und ein reger und regelmäßiger Austausch mit Kulturschaffenden eine Angelegenheit von gesellschaftsdurchdringender Wichtigkeit ist.
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Kultur der Worte oder Kultur der Nachhaltigkeit?!

Publiziert am Freitag, 27. Januar 2017

Im Endspurt zur Gemeinderatswahl in der Stadt Graz wird Kultur doch noch ein Thema.

Im Rahmen des Kulturdialoges am 16. Jänner sind sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien einig, die mehrjährigen Förderverträge weiterzuführen. Gut so.
Von einer Index-/Inflationsanpassung ist aber leider nach wie vor keine Rede. Daraus resultierende Realförderverluste für langjährige Kulturprojekte führen zu einer Verschärfung der ohnehin schon prekären Arbeitsverhältnisse von Künstlerinnen und Künstlern.

Erfreulich, dass der Bürgermeister das Kulturressort als das wichtigste Ressort der Stadt ausgerufen hat! Doch was folgt dieser „Auszeichnung“ konkret?
Es stellt sich die Frage, ob es in Graz möglich sein wird, substanzielle Verbesserungen in einem Dialog mit der lokalen Szene zu erarbeiten, oder ob über die Köpfe der betroffenen Kulturschaffenden hinweg Entscheidungen getroffen werden, nur um sich politisch zu profilieren.
Während manche mehr Wirtschaftlichkeit von der Kulturszene fordern, werden parallel dazu die Rahmenbedingungen verschlechtert und zahllose Arbeitsplätze gefährdet. Mittlerweile hat der Titel „Verbotshauptstadt“ den der „Kulturhauptstadt“ längst verdrängt. In der momentanen Situation optimistisch zu sein, muss man sich leisten können.
Es braucht entsprechende nachhaltige Schritte.

Den Worten müssen Taten folgen.

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